

Eine Frau, die ich hier Sally nennen möchte, kam eines Tages auf mich zu und bat um die Erlaubnis, vor einem Gremium, dem ich angehörte sprechen zu dürfen. Es ging um ihre Bedenken über die Art, wie ein Angestellter ein Projekt behandelte, das ihr am Herzen lag. Nachdem ich mir eine Zusammenfassung ihrer Sorgen vor dem Meeting angehört hatte, war ich etwas beunruhigt, da ich eine sehr emotionale Konfrontation erwarten musste. Aber ich hatte mich getäuscht.
Die Bedenken, die Sally vor dem Plenum äußerte, wurden mit großer Höflichkeit und Diskretion vorgetragen. Statt persönlicher Anschuldigungen gegen den betreffenden Angestellten wählte Sally ihr Worte mit Bedacht und brachte ihre Beschwerden sachlich und diplomatisch zum Ausdruck. Sie konzentrierte sich bewusst auf die Sache und ihre größere Bedeutung, statt den einzelnen anzugreifen.
Ab und zu beobachtete ich mit Bewunderung wie Sally eine Pause einlegte, um Gelassenheit zu bewahren, anstatt der Versuchung zu erliegen, negative oder feindliche Bemerkungen über ihren Kollegen zu äußern. Sally wirkte glaubwürdig vor dem Gremium, da sie offensichtlich höflich statt rachsüchtig auftreten wollte. Das verstärkte den Wunsch in uns, das Problem möglichst zu ihrer Zufriedenheit zu lösen.
Solche Situationen treten oft im Geschäftsleben auf. Oft sind Klagen über die Art und Weise, wie jemand seine Arbeit verrichtet, von eigennützigen Motiven geprägt, aber oft haben wir einfach eine andere Sichtweise darüber, wie Projekte ausgetragen oder Ziele erreicht werden können. Die Versuchung ist groß, frustriert oder verärgert zu reagieren. In den meisten Fällen sind erhitzte Bemerkungen kontraproduktiv, da die Betroffenen in die Defensive gehen, und das Emotionale statt der Fakten hervorgehoben wird.
Wir sind gut beraten, wenn wir in solchen Situationen dem Rat der Bibel folgen. Sprüche 21, 23 lehrt uns z.B.: „Überlege deine Worte, und dir bleibt viel Ärger erspart!“ Es folgen weitere bedenkenswerte Prinzipien:
Seien Sie sparsam mit Worten. Je mehr man sagt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas sagt, das man später bereut. Prüfen Sie also, was sie sagen – und wie. „Wer viele Worte macht, wird sicher schuldig - darum hält der Kluge sich zurück.“ (Sprüche 10, 19).
Benutzen Sie Worte, die heilen, nicht verletzen. Was wir sagen, kann so scharf sein wie ein chirurgisches Skalpell. Aber unsere Absicht sollte es nie sein zu verletzen, sondern um heilsame Schritte herbeizuführen und Beziehungen wieder herzustellen, soweit das nötig ist. „Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt.“ (Sprüche 12, 18).
Setzen Sie Ihre Worte gezielt ein. Um unser Ziel zu erreichen, ist es am besten, unsere Gedanken genau passend für unsere jeweiligen Ansprechpartner zu formulieren. „Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden.“ (Kolosser 4, 6).
Wenn Sie das nächste Mal etwas kritisieren oder bemängeln müssen, denken Sie daran, höflich und taktvoll zu sein, egal wie sehr Sie emotional involviert sind. Das Ergebnis wird sicherlich erfreulicher.
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